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Das SUNLIQUID-Projekt

Zellulose-Ethanol aus landwirtschaftlichen Reststoffen

Im Jahr 2015 verursachte der Verkehrssektor über ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen in der EU. Zugleich verzeichnet dieser Sektor eine der höchsten Wachstumsraten weltweit, was einen erheblichen Einfluss auf den künftigen Kraftstoffbedarf und die Höhe der CO2-Emissionen hat. Darüber hinaus werden die durch den Verkehr verursachten CO2-Emissionen als einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung angesehen.

Um internationale Klimaziele zu erfüllen und den Verkehr zu dekarbonisieren, hat die EU die bedeutende Rolle fortschrittlicher Biokraftstoffe erkannt. In der EU regelt eine Reihe von Richtlinien den Einsatz von Biokraftstoffen, allen voran die „Erneuerbare-Energien-Richtlinie“ (Renewable Energy Directive, RED). Am 30. November 2016 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie („RED II“) vor, und im Juni 2018 einigten sich Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission auf ein verbindliches Ziel von 32 % für die EU in 2030. Das Abkommen sieht auch ein Ziel von 14 % für erneuerbare Energien im Verkehrssektor bis 2030 vor. Außerdem setzt RED II sich ehrgeizige Ziele für fortschrittliche Biokraftstoffe. Sie schafft ein verbindliches Mandat für die Beimischung von Biokraftstoffen für alle EU-Mitgliedstaaten, das 2022 bei 0,2 % beginnt und 2025 auf 1 % und 2030 auf 3,5 % ansteigt.

Zellulose-Ethanol, ein fortschrittlicher Biokraftstoff aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Weizen- und Maisstroh, könnte einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der EU-Ziele und zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in der EU leisten. Bisher bestand die größte Herausforderung darin, ein Herstellungsverfahren für Zellulose-Ethanol zu entwickeln, das technisch sehr leistungsstark und zugleich wirtschaftlich rentabel ist. Die von Clariant entwickelte innovative sunliquid®-Technologie wird diesen Ansprüchen gerecht und erfüllt alle Anforderungen an ein technisch und wirtschaftlich effizientes Verfahren zur Umwandlung landwirtschaftlicher Reststoffe in einen klimafreundlichen Biokraftstoff. Im sunliquid®-Verfahren wird das Potenzial von Pflanzen voll ausgeschöpft, indem derzeit wenig genutzte Reststoffe verwertet und die in den Stängeln enthaltenen, schwer zugänglichen C5- und C6-Zucker beinahe vollständig in Ethanol umgewandelt werden. Ein weiterer wichtiger Vorteil dieser Technologie ist, dass im Vergleich zu fossilen Brennstoffen bis zu 95 % an CO2-Emissionen eingespart werden können.

Um die technologische Machbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit des sunliquid®-Verfahrens zur Herstellung von Zellulose-Ethanol aus landwirtschaftlichen Reststoffen im kommerziellen Maßstab nachzuweisen, wurde das von der EU geförderte Projekt SUNLIQUID ins Leben gerufen. Das SUNLIQUID-Konsortium besteht aus sechs internationalen Partnern mit Expertise in den Bereichen Spezialchemie, Rohstoffversorgung, Ökobilanz und Nachhaltigkeit sowie Kommunikationsstrategie. Von April 2014 bis März 2020 erhält das Projekt eine Förderung in Höhe von 23 Millionen Euro aus dem Siebten Rahmenprogramm der Europäischen Union (RP7) gemäß der Fördervereinbarung Nr. 322386.

Hauptziele des Projekts: