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05.09.2019

Fortschrittliche Biokraftstoffe brauchen günstige gesetzliche Rahmenbedingungen in der EU
  • Innovative klimaneutrale Technologien sind marktreif und können erheblich zur Senkung des CO2-Ausstoßes im europäischen Transportsektor beitragen.
  • Fortschrittliche Biokraftstoffe sind zeitnah einsetzbar und unabdingbar, um die ambitionierten Klimaziele der EU zu erreichen.
  • Die Politik muss die Weichen für die Industrie stellen und stabile Rahmenbedingungen für klimafreundliche Innovationen und Investitionen im europäischen Transportsektor schaffen.
  • Mit REDII macht die Europäische Union bereits einen Schritt in die richtige Richtung.

Brüssel – Am 5. September 2019 kamen in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union in Brüssel zahlreiche Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft zum Workshop „Advanced Biofuels Towards Renewable Energy Transition in Europe“ zusammen. Die von Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie eröffnete Veranstaltung bot eine ideale Plattform, um über die Vorteile fortschrittlicher Biokraftstoffe für die europäische Wirtschaft und den Klimaschutz zu diskutieren. Der Workshop wurde von der Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH im Rahmen des EU-Forschungsprojekts SUNLIQUID organisiert.

Die hochrangigen Teilnehmer der Podiumsdiskussionen, wie Ylwa Alwarsdotter, Executive Vice President Business Development bei SEKAB, Prof. Andreas Hornung, Director Institute Branch Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer UMSICHT oder Philippe Mengal, Executive Director bei Bio-Based Industries Joint Undertaking, bestätigten, dass die Industrie inzwischen marktreife Technologien bereithält, um klimafreundliche, fortschrittliche Biokraftstoffe im industriellen Maßstab zu produzieren. Die Nutzung dieser Biokraftstoffe ist essentiell, um den CO2-Ausstoß innerhalb des europäischen Transportsektors erheblich zu reduzieren. Die Politik muss daher langfristig stabile Rahmenbedingungen für die Industrie in Europa schaffen, so der Tenor der Diskutanten.

Bereits im Zuge der Ende 2018 verabschiedeten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (REDII) der Europäischen Union einigten sich die EU-Mitgliedstaaten darauf, den Einsatz von fortschrittlichen Biokraftstoffen maßgeblich zu fördern. Marko Janhunen, Director Public Affairs beim Unternehmen UPM, sieht dies als einen Schritt in die richtige Richtung: “Für die Industrie ist es von besonderer Bedeutung, dass REDII zügig und mit dem nötigen Ehrgeiz umgesetzt wird. UPM begrüßt es, dass viele Mitgliedstaaten beginnen, sich ernsthaft mit Klimaschutz auseinanderzusetzen, und Maßnahmen ergreifen, um CO2-Emmissionen im Transportsektor einzudämmen.“

REDII hat das Ziel gesetzt, dass bis 2030 erneuerbare Energien 32 % des gesamten Energiebedarfs in der EU ausmachen sollen. Im Transportsektor soll der Anteil an erneuerbaren Kraftstoffen bis 2030 bei 14 % liegen. Dabei wurden auch feste Quoten für die Beimischung von fortschrittlichen Biokraftstoffen zu erdölbasierten Kraftstoffen festgelegt. Ab 2022 muss ihr Anteil in herkömmlichen Kraftstoffen demzufolge bei 0,2 % liegen. Bis 2030 ist eine Steigerung auf 3,5 % festgelegt.

Potenzial und Vorteile von fortschrittlichen Biokraftstoffen in Europa

Viele EU-Mitgliedsstaaten verfügen über ein großes bisher ungenutztes Potential an Rest- und Abfallstoffen, die als Rohstoff zur Biokraftstoffherstellung dienen können. Fortschrittliche Biokraftstoffe sind durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe nachhaltig und nahezu klimaneutral. Darüber hinaus bieten sie auch den Vorteil, dass sie durch Beimischung zu erdölbasierten Kraftstoffen im Rahmen bereits vorhandener Infrastruktur in herkömmlichen Verbrennungsmotoren Verwendung finden können. Um die von der EU definierten ambitionierten Klimaziele zu erreichen, müssen alle vorhandenen Technologien ausgeschöpft werden. Die notwendigen Voraussetzungen, um die bereits existierenden innovativen Technologien im industriellen Maßstab flächendeckend zur Verfügung zu stellen, muss die Politik auf europäischer und nationaler Ebene schaffen.

Gloria Gaupmann, Head of Public Affairs, Technology & Innovation beim Unternehmen Clariant, sieht die EU-Mitgliedsstaaten in der Pflicht, die Industrie bei ihren Bemühungen und Investitionen zu unterstützen: „Die Europäische Kommission muss die Mitgliedstaaten genau im Auge behalten, damit die vereinbarten REDII-Ziele auf nationaler Ebene möglichst schnell und konsequent umgesetzt werden. Außerdem muss die Kommission gemeinsam mit den EU-Gesetzgebern bereits den Weg bis 2050 ebnen, um fortschrittliche Biokraftstoffe schließlich von der Ausnahme zur Regel werden zu lassen.“

Zum EU-Projekt SUNLIQUID

Das Ziel des Projekts SUNLIQUID und seines Konsortiums ist es, nachzuweisen, dass die Herstellung von Zellulose-Ethanol im kommerziellen Maßstab auf Grundlage des von der Clariant entwickelten sunliquid®-Verfahrens technisch ausgereift und wirtschaftlich rentabel ist. Dabei errichtet Clariant eine neue kommerzielle Produktionsanlage für die Herstellung von Zellulose-Ethanol aus landwirtschaftlichen Reststoffen in Podari (Rumänien). Zellulose-Ethanol ist ein fortschrittlicher, nachhaltiger und klimafreundlicher Biokraftstoff. Er wird aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Getreidestroh produziert, das von lokalen Landwirten bezogen wird. Die neue Anlage wird neue grüne Arbeitsplätze, Geschäftsmöglichkeiten sowie Wirtschaftswachstum in diesem ländlichen Raum schaffen. Das Projekt ist ein entscheidender Schritt zur Einführung der innovativen sunliquid®-Technologie auf dem europäischen Markt.

Pressekontakt:

Für IBB Netzwerk GmbH:
Dr. Laura Kleinknecht
Projektmanagerin
Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH
Telefon: +49 (0)89 5404547-17
E-Mail: laura.kleinknecht@ibbnetzwerk-gmbh.com

Für das EU-Projekt SUNLIQUID:
Emmanuelle Rouard
Bereichsleiterin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Bayerische Forschungsallianz GmbH
Telefon: +49 89 9901888-111
E-Mail: rouard@bayfor.org

Gruppenbild mit dem Staatssekretär Roland Weigert (links), allen Rednern und dem Veranstalter Prof. Haralabos Zorbas (rechts). Copyright: Veldeman

 

Das SUNLIQUID-Projekt wird durch das 7. Forschungsrahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration der Europäischen Union (Finanzhilfevereinbarung Nr. 322386) gefördert.

 

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